Nach(t)gedanken DRUMBOLOGY! - Die Seite von SCHROEDER https://www.drumbology.de/nachgedanken 2026-02-07T00:28:39Z Joomla! 1.5 - Open Source Content Management "Kultur"-Börse 2014-02-01T11:04:19Z 2014-02-01T11:04:19Z https://www.drumbology.de/nachgedanken/3-nachgedanken/208-kulturboerse <p>Soeben ist sie zu Ende gegangen, die größte, tollste, sensationelle, viel gefeierte Freiburger Kulturbörse.</p> <p>Und doch trägt sie den Widerspruch schon im Namen....</p> <p>&nbsp;</p> <p>Soeben ist sie zu Ende gegangen, die größte, tollste, sensationelle, viel gefeierte Freiburger Kulturbörse.</p> <p>Und doch trägt sie den Widerspruch schon im Namen....</p> <p>&nbsp;</p> Bad As Me 2011-10-24T10:10:33Z 2011-10-24T10:10:33Z https://www.drumbology.de/nachgedanken/3-nachgedanken/138-badasme <p>Thomas Steiner von der BZ hatte mich zunächst nur nach meiner Meinung gefragt, später dann vorgeschlagen, diese Meinung doch einfach als Besprechung für die neue Platte abzudrucken....</p> <p>Das fand nur bedingt meine Begeisterung, schließlich stimmte ich zu - nicht zuletzt, weil ich zu anderen Themen durchaus und gerne mal was schreiben würde... &nbsp;;-)</p> <p>Nun also hier der ursprüngliche (und ungekürzte) Artikel. (Thomas fand offensichtlich den Captain Beefheart Vergleich zu heikel, oder zu speziell, oder sonst was....der erschien nämlich nicht...)</p> <p>Thomas Steiner von der BZ hatte mich zunächst nur nach meiner Meinung gefragt, später dann vorgeschlagen, diese Meinung doch einfach als Besprechung für die neue Platte abzudrucken....</p> <p>Das fand nur bedingt meine Begeisterung, schließlich stimmte ich zu - nicht zuletzt, weil ich zu anderen Themen durchaus und gerne mal was schreiben würde... &nbsp;;-)</p> <p>Nun also hier der ursprüngliche (und ungekürzte) Artikel. (Thomas fand offensichtlich den Captain Beefheart Vergleich zu heikel, oder zu speziell, oder sonst was....der erschien nämlich nicht...)</p> Die Legende von Campus Pulcher 2018-12-07T10:07:22Z 2018-12-07T10:07:22Z https://www.drumbology.de/nachgedanken/3-nachgedanken/345-die-legende-von-campus-pulcher <p>F&uuml;r die Zirkus- / B&uuml;hnenshow "M&auml; Hyrr&auml;" hatte ich einen recht skurrilen Text verfa&szlig;t. Dieser war stark inspiriert von Zappa&acute;s The Legend Of Cleetus Awreetus Awrightus auf dem Cover des Grand Wazoo Albums, aber &uuml;bersetzt zum einen ins Deutsche zum anderen auf unsere Begebenheiten in der Zirkuswelt.&nbsp;</p> <p>Mit netto ca. 8 Minuten Sprechdauer war er allerdings wohl schon prinzipiell jenseits einer heutzutage noch einforderbaren Aufmerksamkeitsspanne, und der bizarre und (absichtlich) nicht stringente Inhalt tat sein &Uuml;briges zu einem Unverst&auml;ndnis auf breiter Ebene. F&uuml;r die zweite Spielzeit von M&auml; Hyrr&auml; wurde der Text also exkommuniziert und gegen einen vertr&auml;glicheren, vor allem k&uuml;rzeren von Matto K&auml;mpf ersetzt. F&uuml;r k&uuml;nftige Hyrr&auml;-Besucher, die ihn also nicht live erleben, aber auch f&uuml;r die, die ausprobieren m&ouml;chten, ob man der Sache wenigstens lesend folgen kann, hier eine der urspr&uuml;nglichen Arbeitsversionen (die schon massiv gek&uuml;rzt ist).</p> <p>Um die M&uuml;he des Verfassens aber nicht ganz verpuffen zu lassen, beabsichtige ich, den Text zuk&uuml;nftig zwischen zwei und drei Uhr morgens in Freiburger Kneipen vorzutragen, da wird auf Verst&auml;ndlichkeit generell nicht so wert gelegt.</p> <p>F&uuml;r die Zirkus- / B&uuml;hnenshow "M&auml; Hyrr&auml;" hatte ich einen recht skurrilen Text verfa&szlig;t. Dieser war stark inspiriert von Zappa&acute;s The Legend Of Cleetus Awreetus Awrightus auf dem Cover des Grand Wazoo Albums, aber &uuml;bersetzt zum einen ins Deutsche zum anderen auf unsere Begebenheiten in der Zirkuswelt.&nbsp;</p> <p>Mit netto ca. 8 Minuten Sprechdauer war er allerdings wohl schon prinzipiell jenseits einer heutzutage noch einforderbaren Aufmerksamkeitsspanne, und der bizarre und (absichtlich) nicht stringente Inhalt tat sein &Uuml;briges zu einem Unverst&auml;ndnis auf breiter Ebene. F&uuml;r die zweite Spielzeit von M&auml; Hyrr&auml; wurde der Text also exkommuniziert und gegen einen vertr&auml;glicheren, vor allem k&uuml;rzeren von Matto K&auml;mpf ersetzt. F&uuml;r k&uuml;nftige Hyrr&auml;-Besucher, die ihn also nicht live erleben, aber auch f&uuml;r die, die ausprobieren m&ouml;chten, ob man der Sache wenigstens lesend folgen kann, hier eine der urspr&uuml;nglichen Arbeitsversionen (die schon massiv gek&uuml;rzt ist).</p> <p>Um die M&uuml;he des Verfassens aber nicht ganz verpuffen zu lassen, beabsichtige ich, den Text zuk&uuml;nftig zwischen zwei und drei Uhr morgens in Freiburger Kneipen vorzutragen, da wird auf Verst&auml;ndlichkeit generell nicht so wert gelegt.</p> The Bizarre World Of Frank Zappa 2019-05-20T13:40:43Z 2019-05-20T13:40:43Z https://www.drumbology.de/nachgedanken/3-nachgedanken/361-the-bizarre-world-of-frank-zappa <p>Nach dem Konzertbesuch am 17. Mai</p> <p>(dann mu&szlig; ich&acute;s vielleicht nicht dauernd erz&auml;hlen)</p> <div>&nbsp;</div> <p>Nach dem Konzertbesuch am 17. Mai</p> <p>(dann mu&szlig; ich&acute;s vielleicht nicht dauernd erz&auml;hlen)</p> <div>&nbsp;</div> Jazz ohne Stress 2019-10-02T13:39:39Z 2019-10-02T13:39:39Z https://www.drumbology.de/nachgedanken/3-nachgedanken/366-waldsee <p>Nach der hausinternen Entscheidung, die Musikreihe einzustellen, hatte mich Achim um ein paar S&auml;tze f&uuml;r die Waldsee Internet Seite gebeten....gewisserma&szlig;en als "der alte Kommandant macht das Licht aus".</p> <p>Erwartungsgem&auml;&szlig; fiel der Text etwas ausf&uuml;hrlicher aus.</p> <p>Dann &uuml;berlegte sich das Haus, die Reihe doch fortzusetzen (ich bin gespannt!); aber nun hatte ich den Text ja schon fabriziert, und da er auch indirekt eine ganz allgemeine Entwicklung der Live Szene beschreibt, habe ich ihn nun (mit Achims Genehmigung) immerhin hier ver&ouml;ffentlicht. Er mag ein mahnendes Beispiel geben, und ich mu&szlig;te mich schon w&auml;hrend des Schreibens wiederholt an die eigene Nase fassen.&nbsp;</p> <p>Nach der hausinternen Entscheidung, die Musikreihe einzustellen, hatte mich Achim um ein paar S&auml;tze f&uuml;r die Waldsee Internet Seite gebeten....gewisserma&szlig;en als "der alte Kommandant macht das Licht aus".</p> <p>Erwartungsgem&auml;&szlig; fiel der Text etwas ausf&uuml;hrlicher aus.</p> <p>Dann &uuml;berlegte sich das Haus, die Reihe doch fortzusetzen (ich bin gespannt!); aber nun hatte ich den Text ja schon fabriziert, und da er auch indirekt eine ganz allgemeine Entwicklung der Live Szene beschreibt, habe ich ihn nun (mit Achims Genehmigung) immerhin hier ver&ouml;ffentlicht. Er mag ein mahnendes Beispiel geben, und ich mu&szlig;te mich schon w&auml;hrend des Schreibens wiederholt an die eigene Nase fassen.&nbsp;</p> undeniable licks 2011-08-31T12:44:26Z 2011-08-31T12:44:26Z https://www.drumbology.de/nachgedanken/3-nachgedanken/129-undeniablelicks <p>Jetzt endlich mal was für Kollegen! (Mit der Bitte um Ergänzung)</p> <p>Jetzt endlich mal was für Kollegen! (Mit der Bitte um Ergänzung)</p> The mighty man is traveling the space ways 2014-07-02T15:11:27Z 2014-07-02T15:11:27Z https://www.drumbology.de/nachgedanken/3-nachgedanken/214-the-mighty-man-is-traveling-the-space-ways <p>Lukas H. Lindenmaier -- nee, nee, ein Nachruf ist das nicht</p> <p>Lukas H. Lindenmaier -- nee, nee, ein Nachruf ist das nicht</p> Buenos Aires - Again 2014-11-05T14:06:43Z 2014-11-05T14:06:43Z https://www.drumbology.de/nachgedanken/3-nachgedanken/232-buenosairesagain <p>Tango And More? &nbsp;--- No. More Tango!</p> <p>Tango And More? &nbsp;--- No. More Tango!</p> Geld Gedanken 2010-10-08T13:31:14Z 2010-10-08T13:31:14Z https://www.drumbology.de/nachgedanken/3-nachgedanken/12-geld-gedanken <p>....just dieser Tage wird ja das n&auml;chste Litfass-Festival geplant. Und da ich mich daf&uuml;r engagiere, vermutlich auch eine Reihe von Leuten anstiften will dort zu spielen - und zwar um Gottes Lohn, f&uuml;r n&ouml;ppes, f&uuml;r N&uuml;sse -, sind ein paar grunds&auml;tzliche Gedanken zum Thema Geld / Gage angezeigt:</p> <p>Sp&auml;testens seit der Erfindung der Reihe "Jazz ohne Stress" (also seit ca. 20 Jahren) setze ich mich regelm&auml;&szlig;ig mit dem Thema "umsonst Spielen" auseinander. Und zun&auml;chst scheint der Gedanke "wenn wir Musiker umsonst spielen, machen wir unseren eigenen Status kaputt" auch sehr plausibel.</p> <p>Neben der unmittelbaren (und unbestreitbaren) Feststellung "keine Gage-keine Kekse", also der n&uuml;chternen Erkenntnis, da&szlig; durch Spielen ohne finanzielle Entlohnung der Status des Berufsmusikers nicht zu erreichen ist, werden f&uuml;r den Ruin der "Szene" im wesentlichen noch zwei andere Aspekte des "umsonst" ausgemacht, n&auml;mlich dann, wenn Musik auch f&uuml;r ein Publikum f&uuml;r lau zug&auml;nglich gemacht wird, oder auch schon dann, wenn der Eintrittspreis nicht im (angenommenen) Verh&auml;ltnis zur Qualit&auml;t der Darbietung steht.</p> <p>Dahinter stehen die Gedanken, da&szlig; wir Musiker ein Publikum auch erziehen m&uuml;&szlig;ten, und schlie&szlig;lich auch &uuml;ber die H&ouml;he des Eintrittspreises das Niveau der Auff&uuml;hrenden zu definieren sei.</p> <p>Ausdr&uuml;cklich nicht im Sinne eine schulischen Er&ouml;rterung m&ouml;chte ich dem einmal ein paar Gedanken gegen&uuml;berstellen, die gar nicht zur Entkr&auml;ftung dieser Standpunkte dienen sollen, aber m&ouml;glicherweise zu einer ganz anderen Perspektive auf das Ph&auml;nomen "Berufsmusiker" f&uuml;hren k&ouml;nnten.</p> <h3><strong>1. Kunst als Beruf?</strong></h3> <p>Auch ohne detailliertes ethnologisches Wissen m&ouml;chte ich behaupten, da&szlig; Kunst / Kultur den gr&ouml;&szlig;eren Teil der Meschheitsgeschichte lang nicht professionell betrieben wurde. Eine Gesellschaft mu&szlig; schon einigerma&szlig;en arbeitsteilig fortgeschritten sein, um auf die "manpower" einer ganzen K&uuml;nstlerkaste verzichten k&ouml;nnen, die -nur f&uuml;r das kultische / kulturelle Wohl der Gemeinschaft- vom Rest durchgef&uuml;ttert wird.</p> <p>Ich vermute mal, da&szlig; die Anf&auml;nge dieses "Profitums" im Zusammenhang mit der Entwicklung von Herrschaftsformen stehen, in denen eine Person, oder Gruppe f&uuml;r die Aus&uuml;bung dieser k&uuml;nstlerischen T&auml;tigkeit zun&auml;chst nur aus dem Produktionsprozess freigestellt, sp&auml;ter dann zus&auml;tzlich mit extrem unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igem Luxus ausgestattet wird. Dort werden dann die ersten "Entertainer" unterhalten, und das hat sich bis heute so fortgesetzt (mitunter vielleicht etwas komplexer).</p> <p>Der andere Zweig, ich will ihn mal "Volkskunst" nennen, kommt wohl erst deutlich sp&auml;ter dazu, n&auml;mlich da, wo auch nach Finanzierung der herrschenden Klasse immer noch genug &Uuml;berschu&szlig; erwirtschaftet wird, da&szlig; Leute auf die Idee kommen k&ouml;nnen, auf eigene Faust aus dem Produktiosprozess auszuscheren und sich f&uuml;r ihre Darbietung direkt vom Volk bezahlen zu lassen. Die Anf&auml;nge davon sind wohl schwer festzumachen; wir denken an mittelalterliches "Fahrendes Volk" und Spielleute auf Marktpl&auml;tzen, aber das gibt es nat&uuml;rlich auch schon wesentlich l&auml;nger....</p> <p>Der heutige Berufsmusiker lebt genau in dieser Tradition, meist allerdings in einer Kombination aus "Volks-" und "Herrschafts-Musik". Letzterer Strang stellt sich (zumindest bei uns) etwas verstrickter dar, da sich die Herrschenden als Vertreter des Volkes verstehen. Ihre Entscheidung aber, welche Musik zu f&ouml;rdern sei, selbst wenn es in Hinsicht auf und im Sinne des Volkes passieren soll, ist k&uuml;nstlerisch genauso willk&uuml;rlich wie die eines Ludwig XIV. oder eines Nero.</p> <p>Wo auch immer zwischen diesen beiden S&auml;ulen wir uns als Berufsmusiker nun pers&ouml;nlich positionieren wollen, davor steht die Frage, ob dieses Berufsmusikertum &uuml;berhaupt erstrebenswert ist! Eine urspr&uuml;ngliche gesellschsftliche Notwendigkeit ist es auf jeden Fall nicht, und der m&ouml;gliche Vorteil, da&szlig; der "Profi" u.U. mehr Zeit f&uuml;r seine Kunst aufbringen kann, steht immerhin in starker Konkurrenz zu der Abh&auml;ngigkeit, in der sich seine Kunst befindet.</p> <p>Nun gef&auml;llt es mir aber recht gut, (Berufs-)Musiker zu sein! Au&szlig;erdem l&auml;&szlig;t sich das Rad auch in dieser Hinsicht nicht zur&uuml;ckdrehen. Als Konsequenz scheidet f&uuml;r mich aber zumindest jede Art idealisierender Haltung gegen&uuml;ber dem "Profik&uuml;nstler" aus. Ich neige zu der Ansicht, da&szlig; es vor 10.000 Jahren prinzipiell besser um die Kunst bestellt war. (Passend zu meiner &Uuml;berzeugung, da&szlig; Musik vor Erfindung der Schallplatte bessere M&ouml;glichkeiten hatte -- aber das ist einen eigenen Nach(t)gedanken wert....)</p> <p>Bleibt f&uuml;r mich nur, diese unvermeidliche wirtschaftliche Abh&auml;ngigkeit in den Auswirkungen auf meine Musik so gering wie m&ouml;glich zu halten, was streng genommen in jedem Einzelfall neu zu pr&uuml;fen ist.</p> <p>Unter diesem Gesichtspunkt kann allerdings ein Spielen ohne Gage auch als Akt gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher k&uuml;nstlerischer Unabh&auml;ngigkeit gesehen werden. Eine Unabh&auml;ngigkeit, die jemandem, der seine Br&ouml;tchen anders verdient, sowieso gegeben ist.</p> <p>Das f&uuml;hrt zum folgenden Gedanken:</p> <h3>2. "Wir Musiker" -- Wer ist das &uuml;berhaupt?</h3> <p>Musiker ist gewi&szlig; jeder, der einem musikalischen Instrument irgendwelche T&ouml;ne, oder Ger&auml;usche entlocken kann. (Dabei gilt f&uuml;r mich auch schon der blo&szlig;e Versuch!)</p> <p>Genau mit dieser (ziemlich gro&szlig;en) Gruppe von Menschen identifiziert sich aber in der Regel kaum jemand, der einen dieser S&auml;tze anhebt, die mit "Wir Musiker....." beginnen. Z.B. ebendieser Satz "Wir Musiker sollten nicht umsonst spielen" bezieht sich ja gerade nicht auf den Chirurgen, der abends im Hauskonzert Chopin auf dem Klavier f&uuml;r Freunde zum besten gibt; im Gegenteil: In diesen Atemz&uuml;gen f&auml;llt dann auch gerne das Wort "Hobbymusiker", oder "irgendso&acute;ne Sch&uuml;lerband", von denen sich abzugrenzen es ganz besonders gilt, eben gerade durch (angemessene!) Gage.</p> <p>Wenn es allerdings &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist, zwischen der "Sch&uuml;lerband" und -sagen wir mal- Herbert Gr&ouml;nemeyer eine haltbare (also nicht k&uuml;nstlerisch wertende) Kategorie einzuziehen, dann doch allenfalls die des rein faktischen Berufsmusikers, also desjenigen, der sein Einkommen komplett (oder zumindest zum gr&ouml;&szlig;ten Teil) durch Musizieren erzielt, von mir aus auch noch durch den Verkauf der eigenen Tontr&auml;ger.</p> <p>Komponisten sind da beispielsweise auch schon wieder ein anderer Fall; (wodurch Gr&ouml;nemeyer den gr&ouml;&szlig;ten Teil seines Einkommens erzielt, wei&szlig; ich nicht so genau -- aber den habe ich auch noch nicht "Wir Musiker..." sagen h&ouml;ren...)</p> <p>-- Nur zur Kl&auml;rung: Wenn ich mit jemandem spiele, ist mir v&ouml;llig egal, womit der sein Geld verdient, der Status "Berufsmusiker" ist kein Qualit&auml;tssiegel! Im Gegenteil: Die mir bekannten (mich eingeschlossen), hiesigen Berufsmusiker fallen ja eher durch gem&auml;&szlig;e Verwaltung und Organisation von Musik auf, k&uuml;nstlerische Impulse gehen dagegen mindestens ebenso von Leuten aus, die ihr Brot nicht als Musiker verdienen.</p> <p>Die meisten jedoch, die sich in dieser Sache zu Wort melden, sind Musiklehrer, Insrumentenverk&auml;ufer, Tontechniker, oder sonst irgendwas in der Nachbarschaft..... ich denke, die Probleme der Berufsmusiker sollten von Berufsmusikern selbst vertreten werden.</p> <p>Das grenzt allerdings die Diskussionsteilnehmer drastisch ein:</p> <p>In Freiburg gibt es, bedingt z.B. durch das SWR Orchester, eine stattliche Anzahl von beamteten oder angestellten (also Berufs-) Musikern (da kenne ich mich nicht so gut aus); in der freien Szene dagegen kommen wir bei einer Gesamteinwohnerzahl von ca. 200.000 auf 15, vielleicht 20 wirkliche Berufsmusiker. (In anderen St&auml;dten d&uuml;rfte die Quote eher niedriger liegen.)</p> <p>Was ist nun das Begehr?</p> <p>Da&szlig; es 50 werden? Oder 100? Oder auf jeden Fall nicht weniger? (Oder genau einer mehr?)</p> <p>Gegen wen richten wir denn &uuml;berhaupt die Forderung nach Geld?</p> <h3>3. Wer gegen Wen?</h3> <p><strong>Ich mache als Bestandteile der "Szene" f&uuml;nf Elemente aus:</strong></p> <ul> <li>Musiker</li> <li>Veranstalter</li> <li>Kulturfunktion&auml;re</li> <li>Journalisten</li> <li>Publikum</li> </ul> <p>(Die Musikindustrie, bzw. Vermarktungsmethoden von Musik m&ouml;gen f&uuml;r den ein oder anderen K&uuml;nstler in Freiburg eine gro&szlig;e Rolle spielen, f&uuml;r mich sind sie aber nicht relevant erkennbar. Wohl dem, der so seine Sch&auml;fchen ins Trockene bringt -- fr&uuml;her gab es da das ein label f&uuml;r: Recording Artist! -- aber das ist schon weit weg von der hiesigen realen Musikszene. &nbsp; &nbsp; &nbsp; Nicht, da&szlig; wir in Freiburg keine Musiker h&auml;tten, die ganz ordentlich CDs verkaufen, nur genau die sagen auch relativ selten "Wir Musiker...." )</p> <p>Zur&uuml;ck zu den offensichtlichen Bestandteilen.</p> <p>Man kann zwischen diesen 5 Parteien eine ganze Menge Beziehungen von Konsonanz und Dissonanz aufdecken, aber der zentrale Punkt bleibt: Alle vier wollen etwas vom Publikum. Und ohne das Publikum k&ouml;nnen alle vier nach Hause gehen.</p> <p>Dementsprechend ist es &auml;u&szlig;erst sinnlos, wenn sich Musiker, Veranstalter, Funktion&auml;re und Journalisten gegenseitig Grabenkriege liefern -- es geht letztlich allen darum, f&uuml;r alle ein (m&ouml;glichst gro&szlig;es) Publikum zu bekommen. W&uuml;rden sich diese vier "Parteien" gemeinsam um ein Publikum k&uuml;mmern, lie&szlig;en sich sicher wesentlich mehr Leute "hinter dem Ofen vor-" oder von der Couch locken.</p> <p>Das f&uuml;hrt zur&uuml;ck zu der Frage der "Publikumserziehung": Ich glaube nicht, da&szlig; Umsonst-Konzerte generell den Zulauf zu Bezahl-Konzerten schm&auml;lern -- ich kenne niemanden, der NUR zu kostenlosen Konzerten geht! (Diejenigen z.B., die es sich aus finanzieller Not nicht leisten k&ouml;nnen, gehen sogar eher nicht zu den umsonst-Konzerten, um nicht das Stigma des "Lauscheppers" zu bekommen, so jedenfalls meine Beobachtung.) Wir Musiker &nbsp;;-) &nbsp; ,aber auch Veranstalter m&uuml;ssen allerdings erkl&auml;ren, warum etwas manchmal umsonst ist, im andern Fall aber Geld kostet. Journalisten m&uuml;&szlig;ten begreifen, da&szlig; nicht der Eintrittspreis, sondern die Perspektive einer Veranstaltung entscheidet, ob und vor allem wie berichtet wird. Kulturfunktion&auml;re m&uuml;&szlig;ten.... ach nein, lassen wir das. Kulturfunktion&auml;re m&uuml;&szlig;ten ja gar nicht sein, ...aber das ist wieder ein anderer Nach(t)gedanke.</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; -------------------------------------------------------</p> <p>&nbsp;</p> <p>Nun habe ich mir ja einiges von der Seele geschrieben. Meine Perspektive scheint durch: n&auml;mlich die des Muckers, der nie in Stadien, gelegentlich in Hallen, zumeist in Clubs oder kleinen Kneipen spielt. Ich bin aber davon &uuml;berzeugt, da&szlig; genau da "die Basis" ist. Und diese Basis hat Zukunft, je einfacher desto besser.</p> <p>Das klingt nun komisch - nach so einem langen, zudem tendenziell mauligen Text. Was anstelle "Wir Musiker..." ist denn nun Trumpf? &nbsp;</p> <h3><strong>4. Ein Geld-Credo, mit dem ich arbeiten kann</strong></h3> <p>Bleibt ja die Frage, wie sich musikalische Darbietung &uuml;berhaupt in Geldwert bemessen l&auml;&szlig;t. Antwort: gar nicht.</p> <p>Das w&auml;re im Widerspruch zu jeder akzeptablen Auffassung von Kunst! -- Und ganz pragmatisch: Jeder von uns ist (hoffentlich) schon einmal von einem Stra&szlig;enmusiker mit verstimmter Gitarre im richtigen Moment mehr ber&uuml;hrt gewesen, als von Sting mit Orchester...</p> <p>Die klassische (Veranstalter-)Frage "Was kostet ihr denn?"&nbsp;ist&nbsp;--insofern sie &uuml;berhaupt noch gestellt wird-- aufrichtig gar nicht zu beantworten. Aber von der eigenen Warte aus gibt es eine ganz banale Rechnung - so banal, da&szlig; ich sie m&ouml;glicherweise schon lange befolgt habe, sie mir aber erst vor ca. zwei Jahren bewu&szlig;t gemacht habe.</p> <p>Es ist das einfache magische Dreieck:</p> <p>Der tats&auml;chliche, oder von mir angestrebte Lebensstandard setzt Einkommen Z voraus.</p> <p>Statistisch spiele ich pro Jahr eine Anzahl von Y Konzerten.</p> <p>Pro Konzert verdiene ich im Durchschnitt X Euro.</p> <p>Klar: Wenn X x Y = Z &nbsp; &nbsp;bin ich fein heraus. Ist nur selten so. Dann hei&szlig;t es pr&uuml;fen, welcher Parameter am leichtesten zu ver&auml;ndern ist.... Lebensstandard senken - ist am einfachsten, kommt aber irgendwann an eine Grenze...mehr spielen ist immer gut, f&uuml;hrt aber nicht notwendigerweise zum Erfolg... Durchschnittsgage erh&ouml;hen ------ wenn das so einfach w&auml;re!</p> <p>Immerhin kriege ich auf die Art raus, was ich eigentlich pro Job verdienen m&uuml;&szlig;te. F&uuml;r die individuelle Rechnung relevant sind dann eigentlich nur die Termine, an denen ich diesen Durchschnitt, oder mehr verdiene. Da entscheidet sich, ob Musiker als Beruf f&uuml;r mich realistisch ist. Nicht durch meine Meinung.</p> <p>....just dieser Tage wird ja das n&auml;chste Litfass-Festival geplant. Und da ich mich daf&uuml;r engagiere, vermutlich auch eine Reihe von Leuten anstiften will dort zu spielen - und zwar um Gottes Lohn, f&uuml;r n&ouml;ppes, f&uuml;r N&uuml;sse -, sind ein paar grunds&auml;tzliche Gedanken zum Thema Geld / Gage angezeigt:</p> <p>Sp&auml;testens seit der Erfindung der Reihe "Jazz ohne Stress" (also seit ca. 20 Jahren) setze ich mich regelm&auml;&szlig;ig mit dem Thema "umsonst Spielen" auseinander. Und zun&auml;chst scheint der Gedanke "wenn wir Musiker umsonst spielen, machen wir unseren eigenen Status kaputt" auch sehr plausibel.</p> <p>Neben der unmittelbaren (und unbestreitbaren) Feststellung "keine Gage-keine Kekse", also der n&uuml;chternen Erkenntnis, da&szlig; durch Spielen ohne finanzielle Entlohnung der Status des Berufsmusikers nicht zu erreichen ist, werden f&uuml;r den Ruin der "Szene" im wesentlichen noch zwei andere Aspekte des "umsonst" ausgemacht, n&auml;mlich dann, wenn Musik auch f&uuml;r ein Publikum f&uuml;r lau zug&auml;nglich gemacht wird, oder auch schon dann, wenn der Eintrittspreis nicht im (angenommenen) Verh&auml;ltnis zur Qualit&auml;t der Darbietung steht.</p> <p>Dahinter stehen die Gedanken, da&szlig; wir Musiker ein Publikum auch erziehen m&uuml;&szlig;ten, und schlie&szlig;lich auch &uuml;ber die H&ouml;he des Eintrittspreises das Niveau der Auff&uuml;hrenden zu definieren sei.</p> <p>Ausdr&uuml;cklich nicht im Sinne eine schulischen Er&ouml;rterung m&ouml;chte ich dem einmal ein paar Gedanken gegen&uuml;berstellen, die gar nicht zur Entkr&auml;ftung dieser Standpunkte dienen sollen, aber m&ouml;glicherweise zu einer ganz anderen Perspektive auf das Ph&auml;nomen "Berufsmusiker" f&uuml;hren k&ouml;nnten.</p> <h3><strong>1. Kunst als Beruf?</strong></h3> <p>Auch ohne detailliertes ethnologisches Wissen m&ouml;chte ich behaupten, da&szlig; Kunst / Kultur den gr&ouml;&szlig;eren Teil der Meschheitsgeschichte lang nicht professionell betrieben wurde. Eine Gesellschaft mu&szlig; schon einigerma&szlig;en arbeitsteilig fortgeschritten sein, um auf die "manpower" einer ganzen K&uuml;nstlerkaste verzichten k&ouml;nnen, die -nur f&uuml;r das kultische / kulturelle Wohl der Gemeinschaft- vom Rest durchgef&uuml;ttert wird.</p> <p>Ich vermute mal, da&szlig; die Anf&auml;nge dieses "Profitums" im Zusammenhang mit der Entwicklung von Herrschaftsformen stehen, in denen eine Person, oder Gruppe f&uuml;r die Aus&uuml;bung dieser k&uuml;nstlerischen T&auml;tigkeit zun&auml;chst nur aus dem Produktionsprozess freigestellt, sp&auml;ter dann zus&auml;tzlich mit extrem unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igem Luxus ausgestattet wird. Dort werden dann die ersten "Entertainer" unterhalten, und das hat sich bis heute so fortgesetzt (mitunter vielleicht etwas komplexer).</p> <p>Der andere Zweig, ich will ihn mal "Volkskunst" nennen, kommt wohl erst deutlich sp&auml;ter dazu, n&auml;mlich da, wo auch nach Finanzierung der herrschenden Klasse immer noch genug &Uuml;berschu&szlig; erwirtschaftet wird, da&szlig; Leute auf die Idee kommen k&ouml;nnen, auf eigene Faust aus dem Produktiosprozess auszuscheren und sich f&uuml;r ihre Darbietung direkt vom Volk bezahlen zu lassen. Die Anf&auml;nge davon sind wohl schwer festzumachen; wir denken an mittelalterliches "Fahrendes Volk" und Spielleute auf Marktpl&auml;tzen, aber das gibt es nat&uuml;rlich auch schon wesentlich l&auml;nger....</p> <p>Der heutige Berufsmusiker lebt genau in dieser Tradition, meist allerdings in einer Kombination aus "Volks-" und "Herrschafts-Musik". Letzterer Strang stellt sich (zumindest bei uns) etwas verstrickter dar, da sich die Herrschenden als Vertreter des Volkes verstehen. Ihre Entscheidung aber, welche Musik zu f&ouml;rdern sei, selbst wenn es in Hinsicht auf und im Sinne des Volkes passieren soll, ist k&uuml;nstlerisch genauso willk&uuml;rlich wie die eines Ludwig XIV. oder eines Nero.</p> <p>Wo auch immer zwischen diesen beiden S&auml;ulen wir uns als Berufsmusiker nun pers&ouml;nlich positionieren wollen, davor steht die Frage, ob dieses Berufsmusikertum &uuml;berhaupt erstrebenswert ist! Eine urspr&uuml;ngliche gesellschsftliche Notwendigkeit ist es auf jeden Fall nicht, und der m&ouml;gliche Vorteil, da&szlig; der "Profi" u.U. mehr Zeit f&uuml;r seine Kunst aufbringen kann, steht immerhin in starker Konkurrenz zu der Abh&auml;ngigkeit, in der sich seine Kunst befindet.</p> <p>Nun gef&auml;llt es mir aber recht gut, (Berufs-)Musiker zu sein! Au&szlig;erdem l&auml;&szlig;t sich das Rad auch in dieser Hinsicht nicht zur&uuml;ckdrehen. Als Konsequenz scheidet f&uuml;r mich aber zumindest jede Art idealisierender Haltung gegen&uuml;ber dem "Profik&uuml;nstler" aus. Ich neige zu der Ansicht, da&szlig; es vor 10.000 Jahren prinzipiell besser um die Kunst bestellt war. (Passend zu meiner &Uuml;berzeugung, da&szlig; Musik vor Erfindung der Schallplatte bessere M&ouml;glichkeiten hatte -- aber das ist einen eigenen Nach(t)gedanken wert....)</p> <p>Bleibt f&uuml;r mich nur, diese unvermeidliche wirtschaftliche Abh&auml;ngigkeit in den Auswirkungen auf meine Musik so gering wie m&ouml;glich zu halten, was streng genommen in jedem Einzelfall neu zu pr&uuml;fen ist.</p> <p>Unter diesem Gesichtspunkt kann allerdings ein Spielen ohne Gage auch als Akt gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher k&uuml;nstlerischer Unabh&auml;ngigkeit gesehen werden. Eine Unabh&auml;ngigkeit, die jemandem, der seine Br&ouml;tchen anders verdient, sowieso gegeben ist.</p> <p>Das f&uuml;hrt zum folgenden Gedanken:</p> <h3>2. "Wir Musiker" -- Wer ist das &uuml;berhaupt?</h3> <p>Musiker ist gewi&szlig; jeder, der einem musikalischen Instrument irgendwelche T&ouml;ne, oder Ger&auml;usche entlocken kann. (Dabei gilt f&uuml;r mich auch schon der blo&szlig;e Versuch!)</p> <p>Genau mit dieser (ziemlich gro&szlig;en) Gruppe von Menschen identifiziert sich aber in der Regel kaum jemand, der einen dieser S&auml;tze anhebt, die mit "Wir Musiker....." beginnen. Z.B. ebendieser Satz "Wir Musiker sollten nicht umsonst spielen" bezieht sich ja gerade nicht auf den Chirurgen, der abends im Hauskonzert Chopin auf dem Klavier f&uuml;r Freunde zum besten gibt; im Gegenteil: In diesen Atemz&uuml;gen f&auml;llt dann auch gerne das Wort "Hobbymusiker", oder "irgendso&acute;ne Sch&uuml;lerband", von denen sich abzugrenzen es ganz besonders gilt, eben gerade durch (angemessene!) Gage.</p> <p>Wenn es allerdings &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist, zwischen der "Sch&uuml;lerband" und -sagen wir mal- Herbert Gr&ouml;nemeyer eine haltbare (also nicht k&uuml;nstlerisch wertende) Kategorie einzuziehen, dann doch allenfalls die des rein faktischen Berufsmusikers, also desjenigen, der sein Einkommen komplett (oder zumindest zum gr&ouml;&szlig;ten Teil) durch Musizieren erzielt, von mir aus auch noch durch den Verkauf der eigenen Tontr&auml;ger.</p> <p>Komponisten sind da beispielsweise auch schon wieder ein anderer Fall; (wodurch Gr&ouml;nemeyer den gr&ouml;&szlig;ten Teil seines Einkommens erzielt, wei&szlig; ich nicht so genau -- aber den habe ich auch noch nicht "Wir Musiker..." sagen h&ouml;ren...)</p> <p>-- Nur zur Kl&auml;rung: Wenn ich mit jemandem spiele, ist mir v&ouml;llig egal, womit der sein Geld verdient, der Status "Berufsmusiker" ist kein Qualit&auml;tssiegel! Im Gegenteil: Die mir bekannten (mich eingeschlossen), hiesigen Berufsmusiker fallen ja eher durch gem&auml;&szlig;e Verwaltung und Organisation von Musik auf, k&uuml;nstlerische Impulse gehen dagegen mindestens ebenso von Leuten aus, die ihr Brot nicht als Musiker verdienen.</p> <p>Die meisten jedoch, die sich in dieser Sache zu Wort melden, sind Musiklehrer, Insrumentenverk&auml;ufer, Tontechniker, oder sonst irgendwas in der Nachbarschaft..... ich denke, die Probleme der Berufsmusiker sollten von Berufsmusikern selbst vertreten werden.</p> <p>Das grenzt allerdings die Diskussionsteilnehmer drastisch ein:</p> <p>In Freiburg gibt es, bedingt z.B. durch das SWR Orchester, eine stattliche Anzahl von beamteten oder angestellten (also Berufs-) Musikern (da kenne ich mich nicht so gut aus); in der freien Szene dagegen kommen wir bei einer Gesamteinwohnerzahl von ca. 200.000 auf 15, vielleicht 20 wirkliche Berufsmusiker. (In anderen St&auml;dten d&uuml;rfte die Quote eher niedriger liegen.)</p> <p>Was ist nun das Begehr?</p> <p>Da&szlig; es 50 werden? Oder 100? Oder auf jeden Fall nicht weniger? (Oder genau einer mehr?)</p> <p>Gegen wen richten wir denn &uuml;berhaupt die Forderung nach Geld?</p> <h3>3. Wer gegen Wen?</h3> <p><strong>Ich mache als Bestandteile der "Szene" f&uuml;nf Elemente aus:</strong></p> <ul> <li>Musiker</li> <li>Veranstalter</li> <li>Kulturfunktion&auml;re</li> <li>Journalisten</li> <li>Publikum</li> </ul> <p>(Die Musikindustrie, bzw. Vermarktungsmethoden von Musik m&ouml;gen f&uuml;r den ein oder anderen K&uuml;nstler in Freiburg eine gro&szlig;e Rolle spielen, f&uuml;r mich sind sie aber nicht relevant erkennbar. Wohl dem, der so seine Sch&auml;fchen ins Trockene bringt -- fr&uuml;her gab es da das ein label f&uuml;r: Recording Artist! -- aber das ist schon weit weg von der hiesigen realen Musikszene. &nbsp; &nbsp; &nbsp; Nicht, da&szlig; wir in Freiburg keine Musiker h&auml;tten, die ganz ordentlich CDs verkaufen, nur genau die sagen auch relativ selten "Wir Musiker...." )</p> <p>Zur&uuml;ck zu den offensichtlichen Bestandteilen.</p> <p>Man kann zwischen diesen 5 Parteien eine ganze Menge Beziehungen von Konsonanz und Dissonanz aufdecken, aber der zentrale Punkt bleibt: Alle vier wollen etwas vom Publikum. Und ohne das Publikum k&ouml;nnen alle vier nach Hause gehen.</p> <p>Dementsprechend ist es &auml;u&szlig;erst sinnlos, wenn sich Musiker, Veranstalter, Funktion&auml;re und Journalisten gegenseitig Grabenkriege liefern -- es geht letztlich allen darum, f&uuml;r alle ein (m&ouml;glichst gro&szlig;es) Publikum zu bekommen. W&uuml;rden sich diese vier "Parteien" gemeinsam um ein Publikum k&uuml;mmern, lie&szlig;en sich sicher wesentlich mehr Leute "hinter dem Ofen vor-" oder von der Couch locken.</p> <p>Das f&uuml;hrt zur&uuml;ck zu der Frage der "Publikumserziehung": Ich glaube nicht, da&szlig; Umsonst-Konzerte generell den Zulauf zu Bezahl-Konzerten schm&auml;lern -- ich kenne niemanden, der NUR zu kostenlosen Konzerten geht! (Diejenigen z.B., die es sich aus finanzieller Not nicht leisten k&ouml;nnen, gehen sogar eher nicht zu den umsonst-Konzerten, um nicht das Stigma des "Lauscheppers" zu bekommen, so jedenfalls meine Beobachtung.) Wir Musiker &nbsp;;-) &nbsp; ,aber auch Veranstalter m&uuml;ssen allerdings erkl&auml;ren, warum etwas manchmal umsonst ist, im andern Fall aber Geld kostet. Journalisten m&uuml;&szlig;ten begreifen, da&szlig; nicht der Eintrittspreis, sondern die Perspektive einer Veranstaltung entscheidet, ob und vor allem wie berichtet wird. Kulturfunktion&auml;re m&uuml;&szlig;ten.... ach nein, lassen wir das. Kulturfunktion&auml;re m&uuml;&szlig;ten ja gar nicht sein, ...aber das ist wieder ein anderer Nach(t)gedanke.</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; -------------------------------------------------------</p> <p>&nbsp;</p> <p>Nun habe ich mir ja einiges von der Seele geschrieben. Meine Perspektive scheint durch: n&auml;mlich die des Muckers, der nie in Stadien, gelegentlich in Hallen, zumeist in Clubs oder kleinen Kneipen spielt. Ich bin aber davon &uuml;berzeugt, da&szlig; genau da "die Basis" ist. Und diese Basis hat Zukunft, je einfacher desto besser.</p> <p>Das klingt nun komisch - nach so einem langen, zudem tendenziell mauligen Text. Was anstelle "Wir Musiker..." ist denn nun Trumpf? &nbsp;</p> <h3><strong>4. Ein Geld-Credo, mit dem ich arbeiten kann</strong></h3> <p>Bleibt ja die Frage, wie sich musikalische Darbietung &uuml;berhaupt in Geldwert bemessen l&auml;&szlig;t. Antwort: gar nicht.</p> <p>Das w&auml;re im Widerspruch zu jeder akzeptablen Auffassung von Kunst! -- Und ganz pragmatisch: Jeder von uns ist (hoffentlich) schon einmal von einem Stra&szlig;enmusiker mit verstimmter Gitarre im richtigen Moment mehr ber&uuml;hrt gewesen, als von Sting mit Orchester...</p> <p>Die klassische (Veranstalter-)Frage "Was kostet ihr denn?"&nbsp;ist&nbsp;--insofern sie &uuml;berhaupt noch gestellt wird-- aufrichtig gar nicht zu beantworten. Aber von der eigenen Warte aus gibt es eine ganz banale Rechnung - so banal, da&szlig; ich sie m&ouml;glicherweise schon lange befolgt habe, sie mir aber erst vor ca. zwei Jahren bewu&szlig;t gemacht habe.</p> <p>Es ist das einfache magische Dreieck:</p> <p>Der tats&auml;chliche, oder von mir angestrebte Lebensstandard setzt Einkommen Z voraus.</p> <p>Statistisch spiele ich pro Jahr eine Anzahl von Y Konzerten.</p> <p>Pro Konzert verdiene ich im Durchschnitt X Euro.</p> <p>Klar: Wenn X x Y = Z &nbsp; &nbsp;bin ich fein heraus. Ist nur selten so. Dann hei&szlig;t es pr&uuml;fen, welcher Parameter am leichtesten zu ver&auml;ndern ist.... Lebensstandard senken - ist am einfachsten, kommt aber irgendwann an eine Grenze...mehr spielen ist immer gut, f&uuml;hrt aber nicht notwendigerweise zum Erfolg... Durchschnittsgage erh&ouml;hen ------ wenn das so einfach w&auml;re!</p> <p>Immerhin kriege ich auf die Art raus, was ich eigentlich pro Job verdienen m&uuml;&szlig;te. F&uuml;r die individuelle Rechnung relevant sind dann eigentlich nur die Termine, an denen ich diesen Durchschnitt, oder mehr verdiene. Da entscheidet sich, ob Musiker als Beruf f&uuml;r mich realistisch ist. Nicht durch meine Meinung.</p> Covern, schwer gemacht 2011-08-31T11:03:00Z 2011-08-31T11:03:00Z https://www.drumbology.de/nachgedanken/3-nachgedanken/128-covern <p>"Covern" ist in weiten Teilen der Szene zu einem despektierlichen Begriff geworden, das will ich kurz beleuchten.&nbsp;</p> <p>"Covern" ist in weiten Teilen der Szene zu einem despektierlichen Begriff geworden, das will ich kurz beleuchten.&nbsp;</p>